Winterschutz bei Rosen: Anhäufeln und Abdecken

vom 15. Nov. 2010
Man schützt vor Frost, Wind und Sonne, zeigt Thomas Proll von Kordes Rosen (Auftragsarbeit)
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TEXT UND INFO ZUM FILM

Drehort:
Schaugarten der Fa. Rosen Kordes bei Elmshorn, Schleswig-Holstein
Länge:
3 Min.
Filmkatalog:Praxis
Moderator:
(ohne)

Das Anhäufeln

Frostempfindlich ist an der Rose vor allem die Veredelungsstelle. Diese sitzt direkt oberhalb der Wurzel, da wo die Triebe beginnen.

Der erste und dauerhafte Winterschutz für eine Rose ist daher immer das tiefe Einpflanzen. Man setzt die Rose so in den Boden, daß die Veredelungsstelle etwa 3-5 cm tief unter die Erdoberfläche kommt. Die permanente Erdauflage über der Veredelung schützt dann dauerhaft vor Frost.

Um in kalten Regionen diesen Schutzbereich zu vergrößern, häufelt man im Spätherbst etwa 20 cm Erde oder Kompost über der Rosenbasis an. Im einfachsten Fall gräbt man dazu die Erde um die Rosen herum etwas auf und schüttet sie mittig auf die Triebe.

Im Frühjahr zieht man dann den Erdhaufen einfach zur Seite auseinander, so daß eine glatte Erdoberfläche wiederhergestellt wird. Wenn man Kompost verwendet hat, dann verteilt man ihn um die Rose herum, sodaß er dieser Nahrung zuführt und allmählich die Bodenstruktur verbessert.

Das Aufgraben der Erde um die Rose herum stört diese nicht, weil sie ein Tiefwurzler ist. Ihre Wurzeln gehen annähernd senkrecht nach unten, sodaß der seitliche Bereich nahe der Erdoberfläche für sie ganz ohne Bedeutung ist.

Das Abdecken

Reisigzweige über dem Erdboden bringen immer eine gewisse Frostabmilderung mit sich. Daher wird das Abdecken mit Reisig auch gerne für empfindliche Stauden empfohlen. Die Schutzwirkung für den Wurzelbereich der Pflanzen ist aber nur gering.

Bei Rosen ist daher für den unterirdischen Bereich bzw. für die Veredelungsstelle vor allem das Anhäufeln vorgesehen. Das ist ein deutlich wirksamerer Schutz als das Abdecken mit Reisig.

Trotzdem ist auch bei Rosen ein Einsatz von Reisig empfohlen, jedoch primär für ihren oberirdischen Teil, also die grünen Triebe.

Ein Abdecken mit Reisig schützt hier vor allem vor der gefährlichen Einwirkung von Wind und Wintersonne. Beide können genau dann die Rose zum Absterben bringen, wenn gleichzeitig der Boden gefroren ist. Denn dann sind die eingefrorenen Wurzeln nicht in der Lage, Wasser nach oben in die Triebe zu pumpen. Oben aber aktivieren Wind und Sonne die wintergrünen Triebe, so daß diese nach Feuchtigkeit verlangen. Die Rose vertrocknet kläglich.

Diesen fatalen Prozeß nennt man Frosttrocknis, und er schädigt in gleicher Weise auch viele immergrüne Sträucher im Garten. Man sollte auch diese daher im Winter vor Sonne und Wind schützen. Vor allem im späten Winter und frühen Frühjahr, wenn die Sonne schon an Kraft gewinnt, der Boden aber noch tief gefroren sein kann.

Der Schutz mit Reisig ist bei den niedrigen Beetrosen einfach. Man steckt lange Zweige von beliebigen Nadelgehölzen (am besten ist natürlich Tanne, weil sehr dichtnadelig - aber leider auch schwer zu bekommen bzw. teuer) hoch und aufrecht zwischen und um die Rosentriebe.

Strauch- oder Kletterrosen lassen sich weniger gut mit Reisig abdecken. Dort verwendet man besser Bambusmatten und bindet diese vor bzw. um die Pflanzen.

Bei Stammrosen wiederum steckt man Reisig dicht in die Rosenkrone hinein und sichert das Ganze dann mit einem umwickelten Fließ oder Ballentuch (siehe unser Film zu diesem Thema).

Die beiden Rosenbeiträge von

Die beiden Rosenbeiträge von Thomas Proll und Marc Albano sind, wie nicht anders zu erwarten, von allerbester Qualität, sehr anschaulich und allgemein verständlich, und tragen hoffentlich zur weiteren Verbreitung des Rosenwissens bei.

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