Dann gehört zur Bodenvorbereitung auch eine Anreicherung mit nahrungshaltiger, dunkler Erde. Das kann reifer Kompost sein oder gekaufte Pflanzerde. Sie verbessert zusätzlich die Bodenstruktur, indem sie dazu beiträgt, mehr Feuchtigkeit zu speichern und Bodenorganismen einzuladen.
Schritt 2: Wurzeln schneiden und tauchen
Der Start im neuen Erdloch ist für die Pflanze ein Kraftakt. Sie bewältigt ihn am besten, wenn man ihre gesamte Masse oben- und unterum ein Stück weit reduziert. Dazu werden zunächst die Wurzeln eingekürzt und später die Triebe zurückgeschnitten.
Der Rückschnitt der Wurzeln liefert der Pflanze einen Impuls zum Neustart. Sie wird von Ballast befreit und kann verjüngt loslegen. Es wird aber auch das physische Einpflanzen erleichert, denn allzu lange Wurzeln würde man kaum ungehindert ins Pflanzloch hineinbekommen und auch nicht gut ringsum mit Erde umschließen können.
Daher stutzt man zunächst die längsten Wurzeln so zurück, daß das Wurzelwerk insgesamt eine annähernd kompakte Form bekommt.
Anschließend sollte man die Wurzeln in ein Wasserbad stellen, sodaß sie sich einmal ganz vollsaugen können. Es genügt eine halbe Stunde.
Schritt 3: Einsetzen und wässern
Die richtige Pflanzhöhe sollte genau so sein, wie die Heckenpflanzen auch zuvor in der Baumschule auf dem Feld gestanden haben. Meist erkennt man die Höhe noch an der leicht dunklen Färbung der Rinde gerade oberhalb des Wurzelansatzes.
Beim Einsetzen verteilt man die Erde so um die Wurzeln, daß diese nicht gequetscht und deformiert werden. Die Erde sollte dazu locker und möglichst feinkrümelig sein. Es dürfen keine Hohlräume zwischen den Wurzeln bleiben. Deshalb zieht man beim Einsetzen die Pflanzen auch immer noch etwas nach oben und rüttelt zugleich etwas am Stamm. So verteilt sich die Erde gut um die Wurzeln.
Der Pflanzabstand richtet sich nach der Einkaufsgröße der Heckenpflanzen. Kleinere Formate bis 1 Meter pflanzt man meist im Abstand von 20 bis 33 cm, also 3 bis 5 Stück auf einen Meter. Bei größeren Formaten können 40 bis 50 cm Abstand reichen.
Anschließend tritt man die Erde um die Pflanzen fest. Auch damit wird der wichtige Bodenkontakt der Wurzeln gefördert. Durch das Antreten entsteht meist schon eine kleine Vertiefung, die man gleich nutzen kann, um hier hinein das Wasser zum Angießen der Pflanzung zu füllen.
Das Angießen sollte so intensiv sein, daß das Wasser minutenlang um die Pflanze herum stehen bleibt. Man spricht vom "Einschlämmen" der Pflanzung. Damit weichen im Wurzelbereich die letzten verbliebenen Hohlräume auf und füllen sich mit "Schlamm" bzw. aufgeweichter Erde. Jetzt ist die Wurzel vollständig mit dem Erdboden verbunden.
Wenn das Wasser irgendwann eingesickert ist, zieht man den Erdboden um die Pflanzen herum glatt. Alternativ kann man nach dem Antreten auch erst den Boden ausgleichen, dann durch Heranschieben von etwas Erde eine Gießrinne bilden und diese zum Angießen füllen. So sieht man es im Film.
Das abschließende Bedecken des Pflanzbereichs mit Rindenmulch ist eine gute Maßnahme, um die Feuchtigkeit länger im Boden zu halten und zugleich den Unkrautwuchs einzudämmen. Das Mulchen der Hecke kann man im ersten Jahr und darüber hinaus regelmäßig wiederholen, um den Pflegeaufwand beim Gießen und Unkrauten zu reduzieren.
Jedoch sollte man darauf achten, den Rindenmulch nicht direkt bis an den Pflanzenstamm heran zu verteilen. Den dauerfeuchten Kontakt mit dem Mulch schätzt keine Pflanze, er lädt zudem zu Pilzbefall ein.
Eine alternative Maßnahme gegen das Unkraut ist das Verwenden von Vlies. Vlies ist immer ein wasserdurchlässiges, aber wurzelundurchlässiges Gewebe. Die weiße Farbe der üblichen Gartenvliese ist etwas unglücklich, wenn man sie nicht sorgfältig unter Mulch versteckt. Aber es gibt im professionellen Gartenbau auch schwarze Vliese ("MyPex-Folie") - man sieht sie in jeder Baumschule.
Schritt 4: Rückschnitt der Triebe
Es kostet den Garteneinsteiger immer etwas Überwindung, die neuen und womöglich nicht allzu billigen Pflanzen gleich nach der Pflanzung in der Höhe wieder zurückzustutzen. Dieser Rückschnitt aber ist sehr wichtig, um für die Pflanze wieder ein Gleichgewicht zwischen Wurzelmasse und Triebmasse herzustellen.
Denn durch den Standortwechsel von Baumschule zum Garten und durch den oben genannten Wurzelschnitt hat die Pflanze viel an Wurzelwerk und Feinwurzelmasse verloren. Damit könnte sie unmöglich ihr bisheriges oberirdisches Trieb- und Blattvolumen versorgen, geschweige denn neues Wachstum einleiten. Deshalb muß man ihr auch oberhalb einigen Ballast abnehmen.
Der Rückschnitt um bis zu einem Drittel der Trieblänge schafft dann Kapazitäten und Lust zu neuem Wachstum. Gleichzeitig erlaubt es dem Gärtner, eine erste einheitliche Höhe der Hecke anzusetzen. Damit bekommt das Wuchsbild einen ersten Eindruck von Ordnung.
Aber auch seitlich sollten die Pflanzen jetzt beschnitten werden. Je früher und konsequenter man den künftigen Heckenschnitt beginnt, desto besser verzweigt sich die Pflanze von anfang an, desto dichter entwickelt sie sich und desto geringer wird ihre künftiger Platzbedarf in der Tiefe.
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