Stauden-Fuchsien

vom 22. Aug. 2009
Grazile Reichblüher im späten Gartenjahr
weiter im Programm ...

TEXT UND INFO ZUM FILM

Drehort:
Gärtnerei "Min lütt Boomschool" in Tangstedt bei Pinneberg
Länge:
7 Min.
Filmkatalog:Pflanzen
Moderator:
Marc Albano

Sie sitzen ein wenig zwischen den Stühlen, die Stauden-Fuchsien. In Staudenbüchern findet man sie nicht, in Baumschulkatalogen ebenfalls nicht. Denn eigentlich sie sind Halbsträucher, also eine Zwischenform. Und dennoch haben sie sehr viel Berechtigung im Garten - wenn, ja wenn, man in einer nicht zu winterfrostigen Gegend lebt.

Frau Faber empfiehlt Stauden-Fuchsien als annähernd winterhart. Dennoch schlägt sie einen geschützten Standort vor, in der Nähe von Hauswänden etwa. Und, nicht zu vergessen, die Referenz ist in diesem Fall das norddeutsche Klima - und das ist bekanntlich ziemlich mild (gleichermaßen übrigens wie allgemein das westdeutsche, also alles westlich etwa einer Linie Hamburg - Hannover - Kassel - Frankfurt - Freiburg).

Auch kann natürlich der Mut zu Fuchsien bei uns in diesem Abschnitt der Klimageschichte wachsen, da die Winter ja tendenziell milder werden (Ausnahmewinter verderben aber trotzdem immer mal wieder die Freude ...).

Also grundsätzlich sollte die Stauden-Fuchsie den Status einer Liebhaberpflanze haben. Das heißt, man kümmert sich um sie. In kalten Winter ist eine Abdeckung (Laubschicht) angeraten. Dann wird sie bei Unter-Null-Graden dennoch vollkommen oberirdisch abfrieren, aber das hält sie nicht davon ab, im nächsten Jahr wieder komplett neu von unten loszuwachsen. Daher der Name Stauden-Fuchsie - wie eine Staude behält sie keine langfristig verholzenden Teile, sondern erneuert sich jährlich.

Aber weil sie naturgemäß eher wärmeliebend ist, kommt sie im Frühjahr auch ziemlich spät "in die Puschen" (wie man im Norddeutschen sagt). Also ist Geduld angeraten. Viele Pflanzen (man denke etwa auch an den Garten-Hibiscus) werden vorzeitig abgeschrieben und herausgerissen, nur weil sie im Frühjahr nicht mit der Masse der anderen Gartenbewohner zusammen austreiben.

Um nun beurteilen zu können, wieviel oberirdisches Material der Pflanze im Winter wirklich zurückgefroren ist, sollte man einen Rückschnitt der Stauden-Fuchsie erst im späten Frühjahr vornehmen, dann wenn der Neuaustrieb gut erkennbar ist. Alles Abgefrorene schneidet man weg und macht Platz für die neuen Triebe.

Gut paßt die Stauden-Fuchsie übrigens auch in einen Kübel (der ja dann auch in der Regel in guter Sichtnähe im Garten seinen Platz findet - und die grazilen, eleganten Blüten der Fuchsie wollen gerne aus der Nähe bewundert werden). Den Kübel kann man im Winter auch einfacher dem Frost entziehen. (Übrigens, haben Sie schon eine Sackkarre mit dicken Reifen? Das ist ein Hilfsmittel, was das Kübelgärtnern gewaltig erleichtert).

Der Standort für Stauden-Fuchsien im Garten sollte hell, aber absonnig sein. Hier haben wir also eine Pflanze, die - ähnlich wie die Herbst-Anemonen - im schattigen Garten und in der zweiten Hälfte der Blütensaison viel farbigen Eindruck machen kann. Das kann eher poppig sein mit rot-violetten Tönen oder aber elegant-diskret mit weißen Blüten. Letztere sind natürlich im Charakter stimmiger mit vielen anderen typischen Schattenstauden (Funkien, Farne, Gräser, Astilben - Achtung! Von all diesen eher die niedrigen Sorten als unmittelbare Begleiter der Fuchsien wählen!)

Rot ist das breiteste Farbthema bei den Fuchsien, und wer will, kann Frau Fabers Vorschlag folgen, damit ein kleines Rot-Konzert im Schattengarten zu komponieren, indem man etwa als Umpflanzung die rotblättrigen Schattenglöckchen wählt. Da gibt es mittlerweile zahllose Blattvarianten, auch prächtig in Karamelfarben und natürlich vielen Grünschattierungen.

Übrigens: die Stauden-Fuchsien lassen sich unkompliziert über Stecklinge vermehren.

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