Sempervivum Sammellust - Teil 2

vom 18. Juni 2009
Sammler Hans-Jörg Gensch über die Unwiderstehlichkeit der Rosetten
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TEXT UND INFO ZUM FILM

Drehort:
Privatgarten von Hans-Jörg Gensch im Norden von Hamburg
Länge:
6 Min.
Filmkatalog:Pflanzen
Moderator:
Marc Albano

(Fortgesetzt vom Begleittext zum ersten Filmteil)

3500 Sorten von Sempervivum wurden schon gezüchtet. Und alle stammen von einer kleinen Gruppe von ca. 50 Naturformen ab, den Sempervivum tectorum. Diese sind noch heute z.B. in europäischen Gebirgen zu finden. Oder auch auf einem Zaunpfosten irgendwo an einem Bauernhaus in Südfrankreich. Dort, heißt es dann, wächst die Semp schon seit Jahrhunderten. Auf einem Zaunposten!

Sempervivum heißt auf lateinisch ja "Immerlebend". Sie lebt wirklich sehr lang, indem sie sich laufend über sgn. Kindel bzw. Tochterrosetten verjüngt. Dabei entwickelt jede Rosette im dritten Jahr eine Blüte und stirbt danach ab. Bis dahin hat sie aber auch an den Seiten neue Rosetten ausgebildet, die dann weiterleben. Bis sie ihrerseits blühen. Und so weiter. Immerlebend eben.

Vorsicht als beim Kauf! Viele Neulinge greifen am liebsten zu den Pflanzen, die gerade in Blüte gehen (daran erkennbar, daß die Rosette sich quasi aus der Mitte heraus nach oben ausreckt). Das will man aber gar nicht. Denn das hieße das bevorstehende Ende der Rosette - und wenn drumherum keine Kindel sind, auch das Ende der ganzen Pflanze. Also blütige Pflanzen meiden!

Vorsicht auch bei Kaufhausware. Man findet häufig dicke und fette Rosetten, die unter rein kommerziellen Vorgaben mit viel Dünger und nährstoffreichem Boden gezogen wurden. Diese sind oft anfällig für Frost im Winter und sterben dann leicht weg. Sie sind zu schnell gewachsen und damit "weich". Hier empfiehlt Herr Gensch, den gekauften Pflanzen vorsichtig den falschen Boden aus den Wurzeln zu klopfen (meist Torferde, weil am billigsten) und sie dann neu zu topfen bzw. auszupflanzen, mit richtigem, nährstoffarmem Boden.

Ansonsten ist die Winterhärte der Semps sehr gut - sie kommen ja auch aus dem Gebirge. Nur zuviel Wasser kann schädlich sein. Wenn man die Pflanzen ausgepflanzt hält, z.B. im Steingarten, ist das im Winter kein Problem. Hält man sie dagegen im kleinen Topf, dann sollte man im Winter eine Abdeckung (z.B. Glas) gegen zuviel Regen vorsehen.

Das richtige Pflanzsubstrat ist nach Herrn Genschs Rezept eine Mischung aus Pflanzerde (nicht gedüngte Blumenerde!, also nur ungedüngte Erde) sowie den 4 Zutaten Sand, grobem Kies, Perlite und - als Dünger - Hornspäne (nicht Hornmehl, die Späne wirkt längerfristiger und fault auch nicht).

Wichtig ist, für einen guten Abzug des Wassers zu sorgen. Also große Löcher in jedem Pflanzgefäß vorsehen, darüber immer eine Tonscherbe legen, um ein Auswaschen des Substrats zu vermeiden. Im Steingarten für gute Drainage sorgen (Sand, Kies).

Und dann auf in die Sammlerei. Ganz große Rosetten macht z.B. Lola, kleine und weiße Rosetten gibt's bei den Spinnwebformen (Semp. arachnoideum). Die weiße Farbe kommt hier aus feinen Fäden, die die Pflanze über ihrem Herz webt, um sich damit gegen die Gebirgssonne zu schützen.

Wer einmal in die Semps einsteigt, wird sich der Faszination dieser Pflanzenfamilie kaum mehr entziehen können.

Da ich seit kurzem im

Da ich seit kurzem im Semper-Forum bin, wußte ich schon
einiges über Herrn Gensch (semperhans).
Ich finde es ganz toll, wie er sich in seiner Freizeit
für unsere Liebhaberei angagiert und freue mich,Ihn mal
richtig in Aktion gesehen zu haben.

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