man diese im Spätherbst zurückschneiden. Damit bleiben sie kompakt und in richtiger Höhe zum Anschauen der Blüten.
Eine dritte Clematis-Gruppe blüht noch etwas später, in der zweiten Junihälfte und im Juli (Schnittgruppe 3). Diese Gruppe ist von Natur aus darauf eingerichtet, jedes Jahr erst einmal kräftige und lange neue Triebe auszubilden und auf denen dann die Blüten anzusetzen. Das heißt, sie ist gar nicht auf "altes Holz" des Vorjahres angewiesen. Daher kann und sollte man dieses Altholz im Spätherbst ganz tief herunterschneiden, damit die Clematis im nächsten Jahr mit ihren Blüten auf guter Sichthöhe bleibt.
So bestimmt also die Blütezeit auch den Schnitt. Wer nicht genau weiß, welche Clematis er besitzt und wie sie zu schneiden ist, der muß bloß einmal die Blütezeit feststellen (früh, mittel oder spät) und daraus ergibt sich die Antwort.
SCHNITTZEIT WANN?
Es gibt unterschiedliche Ansichten darüber, ob man eher im Spätherbst oder im Frühjahr Clematis zurückschneiden sollte. Herr Westphal vertritt die Ansicht, man solle noch vor dem Winter schneiden. Und er zeigt hier im Film auch, warum.
Denn viele Clematis, die von ihrer Natur her nicht unserem Klima zuzuordnen sind (betrifft vor allem die Hybriden der Schnittgruppe 2), passen sich nicht richtig unseren Jahreszeiten an. Man wird im eigenen Garten beobachten können, daß im November und Dezember im oberen Triebbereich der Pflanzen sich schon viele neue Triebe im Ansatz zeigen. Im Film ist das bei der gezeigten "Crystal Fountain" gut zu sehen.
Zu diesem unzeitgemäßen Wachstum tragen heute vor allem die zunehmend längeren Herbste und milderen Winter bei, also die Klimaverschiebung unserer Zeit.
In der Folge würden die Pflanzen die neuen Triebansätze durch den milden, ersten Teil des Winters hindurch weiter entwickeln - bis diese irgendwann von einem starken Frost doch noch erwischt und vernichtet würden. Also vergebene Mühe, vergeudete Kraft!
Daher meint Herr Westphal, man solle besser früh schneiden, damit das winterliche Triebwachstum gar nicht erst ermutigt wird. In der Schnittgruppe 2 schneidet man auf die halbe Trieblänge zurück. Und gerade in der unteren Hälfte der Pflanze ist der neue Triebansatz im Herbst sowieso noch sehr schwach. Läßt man also nur diese untere Hälfte stehen, ist die Pflanze kaum versucht, sich mit frühreifem Wachstum zu engagieren.
Deshalb also ein empfohlener Schnitt im November oder Dezember. Am besten noch bevor an den oberen Trieben der Pflanze überall die neuen, grünen Sprosse erscheinen.
SCHNITTGRUPPE 1
Die wichtigsten und häufigsten Vertreter sind die Wildformen Clematis montana und Clematis alpina. Diese erkennt man leicht daran, daß sie Massen von Blüten hervorbringen (meist weiß oder zartrosa) und daß die Blüten ziemlich klein sind.
Diese Clematis wachsen sehr stark - und werden auch genau dafür im Garten eingesetzt: um üppig eine Pergola zu umwachsen, in einen alten Baum oder Busch hineinzusprießen, sich an einem Holz- oder Drahtzaun zu tummeln. Ihr Charakter ist wildartig, ungeordnet, natürlich und romantisch. Sie passen gut in alte Gärten, ländliche Gärten, naturnahe Gärten.
Robust und lebenslustig wie sie sind, brauchen sie so gut wie keine Pflege. Und eben auch keinen Schnitt. Nur wenn sie mal zu voluminös werden und mitsamt ihrer Kletterstütze umzustürzen drohen, dann kann man sie zurückschneiden. Ob wenig oder kräftig - ganz egal. Diese Clematis treiben immer wieder stark aus.
SCHNITTGRUPPE 2
Hierzu gehören die meisten großblumigen und anspruchsvolleren Clematis-Kreuzungen (Hybriden). Ihre edlen Blüten möchte man natürlich am liebsten in bester Sichthöhe haben. Daher schneidet man sie moderat zurück (maximal um die halbe Trieblänge), sodaß sie ihre neuen Triebe mit den Blüten daran nicht über unsere Augenhöhe hinaus schieben.
Im Clematis-Katalog erkennt man die Pflanzen dieser Schnittgruppe daran, daß für sie meist zwei Blütentermine angegeben werden: 5/6 und 7/8 (also Mai/Juni und dann eine kleine Nachblüte nochmal im Juli/August).
SCHNITTGRUPPE 3
Dies sind die sommerblühenden Clematis (manche auch bis in den Herbst!), die alle sehr kräftige Triebe jedes Jahr neu bilden. Die wichtigsten Vertreter haben wir in 2009 schon in eigenen Filmen porträtiert (C. viticella, Staudenclematis, C. texensis).
Aber wichtig: auch die sehr beliebte und verbreitete Hybride "Jackmannii" gehört in diese Schnittgruppe.
AUFBAUSCHNITT
Dieser gilt für Clematis aller 3 genannten Schnittgruppen. Um eine gute Verzweigung der neugepflanzten Clematis zu fördern, schneidet man diese noch im Jahr der Pflanzung im November / Dezember auf 20 cm über dem Boden zurück.
Dadurch fällt die Blüte im Folgejahr etwas schwächer aus, aber man bekommt in längerer Sicht eine gut aufgebaute Pflanze.
SCHNITTGEFAHREN?
Gibt es eigentlich gar nicht! Alle Clematis vertragen einen kräftigen, ja radikalen Rückschnitt. Im Film zeigt es Herr Westphal an einer Hybride der Schnittgruppe 2. Man kann und sollte diese alle paar Jahre einmal kräftig verjüngen, mit einem radikalen Schnitt ins alte Holz.
Wenn es hier geht, dann geht es in den anderen beiden Schnittgruppen sowieso. Denn die Wildformen der Gruppe 1 sind extrem wüchsig und unverwüstlich. Und die Vertreter der Gruppe 3 sind sowieso auf jährlichen Neustart vom Erdboden aus angelegt.
Daher - keine Angst vor harten Schnitten. Clematis machen das mit.
Filme u. Schnittanleitungen
Filme u. Schnittanleitungen sind gut. Haben mir sehr geholfen.
Danke
Oh, das ist eine sehr schöne
Oh, das ist eine sehr schöne Idee und die Beiträge haben mir super gut gefallen und haben mir geholfen!
Vielen Dank! Ich werd wieder schauen !Danke Eure Wandelrose
Danke für den informativen
Danke für den informativen Film/e.
Herr Westphal hat sehr nett und anschaulich erklärt.
Würde gern mal selbst seinen Garten besichtigen.
viele Grüße aus NRW
Monika Conrad
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