Rosenschnitt Teil 4: Eine Strauchrose

vom 27. April 2010
Tief schneiden zum Verjüngen, erklärt Reinhard Glantz vom Rosarium Uetersen
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TEXT UND INFO ZUM FILM

Drehort:
Rosarium Uetersen, Stadt Uetersen in Schleswig-Holstein
Länge:
3 Min.
Filmkatalog:Praxis
Moderator:
Marc Albano

Achtung! Der Film zeigt einen typischen Verjüngungsschnitt. Das heißt, wir sehen eine eher kräftige Variante des jährlichen Schnitts. So kräftig muß bei Strauchrosen nicht immer geschnitten werden.

Vor allem ist nicht immer nach dem selben Schnittmuster zu schneiden. Insbesondere warnt Herr Glantz vor dem berüchtigten "Hausmeister-Schnitt".

Der Hausmeister-Schnitt

Am übelsten für die Rose ist es, wenn sie jedes Jahr stur auf dieselbe Höhe zurückgestutzt wird. Böse Hausmeister machen es gerne so - nicht nur mit ihren Rosen, sondern mit allen Büschen. (Wie werden Forsythien massakriert ...)

Die richtige Höhe des Hausmeister-Schnitts ist dann meist noch die, bei der man sich am wenigsten bücken muß.

Als Folge bildet die Rose am Ende ihrer gleich hoch gekappten Triebe eine Vielzahl von kleineren Austrieben. Das ist die normale Reaktion jedes Strauches und jedes Triebes. Aus den kleineren Austrieben entwickeln sich dann die einen stärker, die anderen schwächer.

Schneidet man aber im Folgejahr wieder auf dieselbe Höhe, dann entwickeln sich an den Enden der Grundtriebe richtige kleine Zweigmassierungen. Man nennt das dann "Besenform".

Für die Rose ist das in vieler Hinsicht schädlich. Durch die Zweigmasse auf einer einheitlichen Höhe wird sie darunter von Licht und Luft abgeschnitten. Am Boden hat sie keine Motivation, sich zu erneuern. Ein Austrieb würde dort sowieso verkümmern.

Also erhält sie ihre vorhandenen Grundtriebe - und diese altern schon nach 2 - 3 Jahren. Sie werden dick, hart, unproduktiv und schließlich brüchig und krankheitsanfällig.

Und darüber in der Zweigmasse sprießen nur kleine, dünne Triebe, weil alles Kräftigere ja jedes Jahr wieder zurückgestutzt wird - und sich notgedrungen in kleinere Triebe multipliziert.

Die ungesunde Dichte dieser Zweigmasse fördert Krankheiten. Und sie bringt auch nur kleinere Blüten hervor ...

Also läuft da viel falsch beim Hausmeister-Schnitt.

Ein richtiger Schnitt soll hingegen die Pflanze zur ständigen Erneuerung motivieren.

Schnitt zur ständigen Erneuerung

Wie Herr Glantz erklärt, werden Strauchrosen nicht jedes Jahr gleich geschnitten. Das liegt daran, daß der natürliche Rhythmus von Wachsen und Altern bei Rosentrieben eher in 2-3 jährigen Intervallen verläuft.

Das oberste Ziel des Schnitts soll sein, der Pflanze zu einem gleichmäßigen Anteil von jungen, mittelalten und älteren Grundtrieben zu verhelfen. Das heißt, sie soll sich regelmäßig verjüngen.

Ein erfahrener Gärtner blickt vor dem Schnitt also immer erstmal ganz nach unten an die Pflanze. Wie ist hier der Anteil von jüngeren bzw. älteren Grundtrieben, die dort direkt aus dem Boden kommen?

Das Alter sieht man den Trieben leicht an. Die jungen sind dünner und grüner, die älteren dicker und holziger. Es sollte am Boden etwa ein Gleichgewicht von Alterstufen bei den Grundtrieben geben.

Wenn es nicht genug junge Triebe vom Boden her gibt, dann ist ein kräftiger Schnitt angesagt, so wie wir es im Film sehen. Die Haupttriebe können bis auf 50 Zentimeter (auch noch tiefer) zurückgestutzt werden.

In der Folge wird die Rose auch vom Boden her neue, junge Triebe entwickeln. Die sind sehr erwünscht.

Jedoch braucht man im nächsten Jahr nicht wieder so kräftig schneiden, weil es dann immer noch einen guten Anteil von frischen, vitalen Trieben vom Boden her gibt.

Dann reicht ein Schnitt in größerer Höhe, nur um die Pflanze nicht überproportioniert im Garten werden zu lassen und auch um sie etwas fülliger und kompakter wachsen zu lassen.

Schneidet man weiter oben, bildet die Pflanze ihre neuen Triebe auch entsprechend weiter oben aus. Es kommt dann nicht zur Erneuerung von unten.

Erst nach 2-3 Jahren, wenn die Grundtriebe schon wieder älter und etwas müde auszusehen beginnen, kann wieder ein kräftigerer Schnitt angesetzt werden. Dann verlagert sich die Neutriebbildung auch wieder hinab zum Boden.

Erfahrene Gärtner steuern diesen Erneuerungsprozeß so, daß er kontinuierlich abläuft und nicht auf gelegentliche Radikalverjüngungen angewiesen ist. Das tut man, indem man jedes Jahr die Schnitthöhe bei den einzelnen Grundtrieben der Pflanze auf unterschiedlicher Höhe ansetzt.

Ein paar Triebe werden - bei Bedarf - kräftig geschnitten und motivieren die Pflanze zum Neuaustrieb vom Boden her. Andere Triebe werden nur weiter oben gestutzt und sorgen für Volumen im oberen Bereich.

Wichtig ist immer das Gleichgewicht von Alterstufen am Fuß der Pflanze. Es sollten immer ein paar ganz junge Triebe dabei sein, und es sollten immer die alten, knorrigen Triebe herausgeschnitten werden - wenn sie nicht schon von selber als Totholz abgängig sind.

Totholz

Strauchrosen haben eigentlich immer einen Anteil von Totholz. Das entspricht ihrem natürlichen Rhythmus von Werden und Vergehen der Triebe.

Je ungewarteter und dichter eine Rose ist, desto höher wird ihre Totholzmenge sein. Denn Triebe sterben auch deshalb, weil es ihnen im Inneren der Pflanze an Licht und Luft fehlt.

Totholz lädt Krankheiten ein und behindert den Neuwuchs von Jungtrieben. Daher ist es wichtig, diesen Ausschuss jedes Jahr herauszuschneiden.

Schon um dazu überhaupt bis hinein ins Innere der Pflanze langen zu können, ist ein gewisser Rückschnitt der Rose unverzichtbar.

Das Totholz entfernt man dann immer so vollständig, daß auch noch ein Stück des gesunden Holzes mit abgeschnitten wird.

Licht und Luft

Der richtige Schnitt ist immer bemüht, daß jeder einzelne Trieb der Pflanze frei und ungehindert wachsen kann. Dazu muß das Innere der Pflanze regelmäßig von überschüssigen Trieben befreit werden.

Dabei entfernt man immer zuerst alle die Triebe, die im Vergleich zu den anderen eher dünn und schwach ausgefallen sind. Denn an dünnen Trieben kommen ohnehin nur wenige und kleinere Blüten.

Und man setzt jeden Rückschnitt eines Triebes so an, daß immer die kleinen Häufungen von Zweigen mit weggeschnitten werden. Solche Häufungen entstehen - wie oben beschrieben - automatisch dort, wo früher ein Trieb gekappt wurde.

Die Häufungen sind unerwünscht, weil an dieser Stelle die Zweige einfach zu dicht nebeneinander wachsen, um sich einzeln optimal entwickeln zu können. Daher wird man die Häufungen im Schnittprozess immer gezielt mit wegschneiden (also nicht die einzelnen Zweiglein, sondern immer gleich die gesamte Häufung!)

192.168.1.1 192.168.1.1 192.1
Hat irgendjemand eine Ahnung

Hat irgendjemand eine Ahnung wie umfassend das verallgemeinerbar ist?

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