Das ist eine gute Methode in diesem Garten: ein kleines, diskretes Gestell aus dickeren Bambusstäben hält die schmale Bambushecke in Form. Das paßt gut zusammen und ist einfach herzustellen.
Auf den neu gewonnene Raum der ehemaligen Rhodohecke hat von Hoerschelmann ein Holzdeck aus Bankirai-Hartholz gelegt. Holz hat einen warmen, wohnlichen Charakter, und hier, wo die Hausterrasse so nah ist, entsteht damit quasi ein vergrößerter Wohnraum.
Das ist auch das Konzept des Holzdecks: es soll die Terrasse erweitern und zusätzlich Platz für viele, mögliche Nutzungen schaffen. Einladend und nützlich ist der Abschluß des Decks, der als lange Sitzgelegenheit gestaltet ist. Hier können Partys stattfinden und etwa Kinder spielen. Die lange Bank schafft einen Aspekt von Großzügigkeit und Weite in dem insgesamt kleinen Garten.
In fließendem Übergang geht es neben dem Deck und der Bank weiter zu einem originellen Wasserbecken aus Corten-Stahl. Dieser Stahl ist in Gärten noch nicht allzulange in Verwendung und überzeugt durch die Eigenschaft, nicht zu korrodieren. (Andere Gartenmetalle, die nicht korrodieren, sind zum Beispiel Edelstahl, Kupfer, Aluminium. Dagegen zerfällt normaler Stahl mit der Zeit zu Rost).
Corten-Stahl wird von moderen Gartengestaltern gerne verwendet, um mit der Farbe des Rosts einen Akzent im Garten zu schaffen. Denn dieser Stahl wird rostig an der Oberfläche, korrodiert dann aber nicht weiter. Die Rostfarbe mit ihrem warmen Braunton hat einen sehr natürlichen Charakter und kann entsprechend gut gestalterisch verwendet werden.
Seitlich des Brunnens und auch an der anderen Ecke des Gartens sind jeweils eine Bonsai-Kiefer gepflanzt. Der etwas künstliche und künstlerische Charakter dieser Bäume paßt zu dem Ambiente des Gartens und seinem modernen Stil. Herr von Hoerschelmann hat bewußt entschieden, daß in dieser Gartensituation praktisch keine Sichtverbindung zur umgebenden Natur und Landschaft besteht (drumherum sind Häuser), und daß deshalb auch die Verwendung von exotischen und ortsfremden Gewächsen gut möglich ist. Daher die Bonsais und auch der Bambus.
Übrigens sind hier unter beiden Bonsaikiefern auch jeweils ein Lichtstrahler im Boden eingebrachtet. Sie leuchten aufwärts und bringen bei Nacht den bizarren und formgewaltigen Wuchs der Formgehölze gut zur Geltung. Ein eigens beauftragter Lichtgestalter hat übrigens auch hinter der langen Sitzbank aus Holz eine Reihe von aufwärts gerichteten Strahlern eingebracht, so daß auch die Bambushecke dort nachts von unten her angestrahlt wird.
Bambus gibt diesem Garten eine kleine, inhaltliche Klammer. Auf der einen Seite als Hecke, auf der anderen als kleine Wand, auf der dritten als Pergola über einem Whirlpool. So kann man dem Garten auch über das Material eine gewisse Einheitlichkeit verleihen.
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