Gestalten mit Beetrandstauden - Teil 1

vom 03. Aug. 2010
Ideen für den vorderen Beetabschluß zeigt Erich Luer im „Garten der Horizonte“
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TEXT UND INFO ZUM FILM

Drehort:
Schaugarten „Garten der Horizonte“ in Heidgraben, Schleswig-Holstein
Länge:
6 Min.
Filmkatalog:Ideen
Moderator:
Marc Albano

Beetrandstauden - wozu?

Man kann Beetränder auch mit harten Materialien gestalten: Mauern, Betonelemente, Metallbänder, Holzpfähle - früher gerne auch umgedrehte Weinflaschen.

Aber für ganz natürlich anmutende Gartenbilder sind pflanzliche Beetränder am besten. So zum Beispiel im Garten unseres Films. Er verzichtet fast ganz auf harte Materialien - und wirkt phantastisch als sanfte und harmonische Pflanzenlandschaft.

Dabei sind Beetränder in 2 Gartensituationen denkbar:

a) Wenn das Beet an eine gepflasterte Fläche angrenzt oder an einen Gartenweg, dann ist die Randbepflanzung unkompliziert. Sie kann sowohl steif oder locker sein, kann die Kante strikt einhalten oder sanft überwallen.

Gerne wird man bei "harten Kanten", also an einer Pflasterung, die Pflanzen auch mal auf die Pflasterflächen hinauswallen lassen. Damit werden die harten Ränder optisch gebrochen und wirken weicher und naturnäher.

b) Grenzt das Beet dagegen an Rasenflächen an (wie durchweg in unserem Film), dann wird an die Randbepflanzung ein höherer Anspruch gestellt. Sie muß dann nämlich vor allem einen optisch wirksamen Kontrast zum Gras abgeben, um nicht mit diesem zu einem undefinierten Einheitsgrün zu verschmelzen.

Dazu kann die Pflanze einen besonders kompakten Wuchs haben (und dann linienartig entlang der Beetkante gepflanzt werden), oder auch über ihre Blattfarbe für optische Trennung sorgen (zum Beispiel besonders dunkel- oder hellgrüne Blätter, auch rote, gelbe oder silbriggraue Blätter).

Hinsichtlich der Wuchshöhe wird man meist für den Beetrand niedrige Pflanzen wählen, um dann nach hinten hin die Pflanzen größer werden zu lassen. Das ist das Prinzip, welches am natürlichsten wirkt und auch in der freien Natur zu beobachten ist (an Wald- und Gebüschrändern).

Natürlich kann man aber auch Beetränder gleich mit hohen Stauden bepflanzen. Dann entsteht die optische Abgrenzung zum Rasen einfach durch das Volumen und die Höhe der Pflanzen, und man hat sich über Aspekte von Kontrast bei der Pflanzenauswahl keine weiteren Gedanken zu machen.

Die Regeln

1. Immer kleine Gruppen bzw. Bänder pflanzen

Um sich vom Rasen optisch gut abzuheben, braucht ein Beet am Rand vor allem Gewicht und Volumen. Das erreicht man mit einer einheitlichen Bepflanzung. Es können ovale, kleine Flächen sein oder längliche Bänder - jeweils aus einer einzelnen Pflanzenart bestehend.

2. Kompakten Wuchs bevorzugen

Blattdichte Pflanzen am Beetrand geben nicht nur optische Ruhe und Festigkeit als Kontrast zum Rasen. Sie hemmen auch das allmähliche Eindringen der Rasens in das Beet hinein sowie den Unkrautwuchs (der im Beetvordergrund natürlich besonders sichtbar ist und zwischen niedrigen Pflanzen auch leichter aufläuft).

3. Thematisch und farblich anpassen

Der Beetrand ist immer schon der Auftakt für das Beet. Die niedrigen Pflanzen im Vordergrund sollten daher farblich die großen Themen des Beets komplementieren und auch vom Charakter der Pflanzenauswahl her passen (z.B. Beetthemen von mediterranen Pflanzen, Bauerngarten, Exoten usw.).

4. Rasenkante immer kontrollieren

Selbst bei einer gut bepflanzten, kompakten Beetkante sollte der Rasen davor immer noch regelmäßig abgestochen werden, sodaß die sichtbar werdende dunkle Erde des Beets eine erkennbare Linie bildet. Das hilft, um dem Gartenbild etwas wichtige Struktur zu geben - der Garten wirkt gepflegt, nicht verwildert.

Das Abstechen ist natürlich ein mühsames Geschäft (es gibt dazu aber spezielle Abstech-Spaten mit besonders breitem Blatt).

Wem die dauernde Abstecherei der Rasenkanten zu mühsam ist und wer dennoch nicht auf das rein natürliche Gartenbild ohne harte Materialien verzichten will, dem sei die Lösung der Metallbänder empfohlen. Das sind relativ weiche, lange Blechstreifen, die man als Beet- bzw. Rasenkante so weit im Boden versenkt, daß sie nur noch ganz knapp darüber hinaus stehen und wenig sichtbar sind.

Diese Streifen (z.B. aus Edelstahl oder Corten-Stahl) sind teuer in der Anschaffung, aber sie sparen auf Dauer viel Arbeit und sind auch elegant im Einsatz, weil sie sich jeder geschwungenen Beetform anpassen und bei ganz diskreter Sichtbarkeit ein Bild feiner, geschwungener Linien im Garten zeichnen.