Eine kleine Terrasse im alten Garten

vom 09. Okt. 2009
Kreative Gestaltungsideen im eingewachsenen Garten zeigt Gartenmacher Soeren von Hoerschelmann
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TEXT UND INFO ZUM FILM

Drehort:
Ein Privatgarten im Osten Hamburgs, umgestaltet von S. v. Hoerschelmann
Länge:
6 Min.
Filmkatalog:Ideen
Moderator:
Marc Albano

Das sogenannte Aufasten ist ein gärtnerischer Ausdruck für das Freistellen eines Stammes, indem von unten alle Äste bis zu einer gewünschten Höhe beseitigt werden.

Man kann das etwa bei Bäumen machen, um untenherum mehr Licht zu haben, oder um eine verstellte Sicht zu öffnen. Bäume vertragen das in der Regel gut, solange ihnen oben noch genug Kronenmasse bleibt.

Interessant wird das Aufasten besonders bei mehrstämmigen Bäumen und Sträuchern, weil dann die Stämme einen besonderen Zierwert bekommen. Dies umso mehr, wenn diese etwas skurril gewachsen sind - wie etwa häufig bei Felsenbirnen, Kiefern oder wie hier eben auch alten Fliedern.

Fliederbüsche werden ja meist im Alter etwas unansehlich, weil sie ihre kompakte Buschform verlieren. Da wird das Aufasten dann interessant, um die vermeintlich häßlichen, alten Stämme plötzlich zu einem knorrigen Gesamtkunstwerk zu transformieren. Natürlich hat man die Blüten dann nur noch weit oben und kaum sichtbar - das muß man nach eigenem Geschmack abwägen.

Konsequent aufgeastete Sträucher können obenrum ein Blätterdach in Schirmform entwickeln, was in japanischen und modernen Gärten eine gesuchte Eigenschaft ist. Typischerweise verwendet man dazu die Felsenbirne, die gut schnittverträglich ist, skurrile Stämme produziert und ganzjährig effektvoll daherkommt. Für derart vorgeschnittene Felsenbirnen zahlt man in Baumschulen einen hohen Preis.

Das kann man mit etwas niedrigerem Anspruch auch gut mit Fliedern hinbekommen. Unter dem entstehenden schirmförmigen Blätterdach läßt sich dann auch gut ein kleiner Aufenthaltsbereich im Garten schaffen, etwa eine Terrasse.

Eine Terrasse mit wassergebundener Decke (sprich: wasserdurchlässig, also nicht mit Pflasterung versiegelt) kann weniger hart und dominant in einem Garten wirken als eine mit Steinplatten gedeckte. Natürlich ist der Pflegeaufwand dann größer, weil man mehr Unkraut beseitigen muß. Auch ist die Decke weniger langlebig, man muß öfter einmal den Oberflächenbelag austauschen oder ergänzen.

Andererseits ist man flexibler bei der Verwendung von ergänzenden Elementen in der Terrassenfläche, z.B. integrierten Sträuchern oder Bäumen oder von Konstruktionen wie Wasseranlagen.

Einen unaufdringlichen Charakter der Terrasse unterstützt man weiter mit einer möglichst diskreten Kantenbefestigung. Hierzu bieten sich korrosionsfreie Bänder von Stahl oder Aluminium an, die nur 1-2 Zentimeter über den Boden hinausragen und damit gerade ausreichen, um ein Hineinwachsen von Gras- und Unkrautwurzeln zu verhindern. Sie lassen sich praktischerweise mit einem Rasenmähertraktor auch einfach überfahren bzw. übermähen.

Die Metallbänder sind vor allem sehr nützlich bei gerundeten Terrassen- oder auch Beetkanten! Kaum ein anderes Material läßt hier so saubere und variable Rundungen zu wie Metall.

Wählt man dabei Corten-Stahl, so ist die Optik am diskretesten und die Langlebigkeit besonders hoch. Denn dieser Stahl rostet nur an der Oberfläche, sieht dadurch "alt" und eingewachsen aus, jedoch rostet er im Inneren nicht weiter, sondern bleibt dauerhaft korrosionsfrei (vgl. auch unseren Film "Moderne Materialien im modernen Garten" mit S. v. Hoerschelmann)

Das Wasserspiel, welches Soeren von Hoerschelmann hier kreativ in die Terrasse eingebaut hat, nutzt ein sehr altes Prinzip der Wassergestaltung im Garten. Schon die Renaissance- und Barockgärten mit ihren komplexen Wasseranlagen, Fontänen und Brunnen haben auf das Prinzip der korrespondierenden Röhren zurückgegriffen.

Dabei wird das Wasser in zwei aufrechten, miteinander verbundenen Röhren immer auf gleicher Höhe stehen, bei unterschiedlich starken Röhren wird es auch im kleineren Rohr sich noch höher heraufdrücken als im dickeren Rohr. Damit läßt sich sogar ein Druck erzeugen, der am Ende des kleineren Rohrs (mit Düse) eine Fontäne erzeugt.

Hier sind auf der einen Seite die Regenfallrohre des Hauses, auf der anderen der Wassertrog. Sie sind unterirdisch miteinander verbunden. Bei Regen drückt das Wasser aus den Fallrohren den Wasserspiegel im Trog nach oben, bis es dort seitlich über die Kanten hinausläuft.

Das Wasser fließt hinab in ein unterirdisches Reservoir, von wo es mit einer Pumpe auch wieder hinauf in den Trog gepumpt werden kann, sodaß dieser auch bei Nicht-Regen in Bewegung gehalten werden kann. Das Reservoir kann seinerseits überfließen, und das Wasser wird von dort zum Versickern im Garten abgeleitet.

Eine originelle Konstruktion mit einem teilweisen "Selbstbetrieb" also. Der Trog dazu ist übrigens als Auftragsarbeit in China aus Granit gefertigt worden. Er schafft eine wunderbare Verbindung von Schwere und Solidität mit der Leichtigkeit und Bewegung des beinhalteten Wassers. (Ein wirkungsvoller Kontrast von Stein mit Wasser, der auch schon in unserem Film "Ein kreativer Gartenteich" beeindruckte - siehe dort ...)

Das ist das Spannende an diesem Garten (und diesem Gartengestalter): er stellt nicht nur originelle Elemente der Bepflanzung in den Vordergrund, sondern in gleichem Maße auch die "harten" Materialien, die unbedingt in einen interessanten Garten mit hineingehören: Stein, Metall, Holz usw.

Ein ausgewogenes Gleichgewicht beider Elemente, der "Hartware" aus Materialien und der "Software" aus Pflanzen, ist das Geheimnis gut gestalteter Gärten.

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