ist es, der auch jede Art von Modellierung erlaubt. Kugeln, Kegel, Zuckerhüte, Pyramiden - alles ist mit der Eibe machbar.
Und dann kann man mit dieser Pflanze auch jederzeit wieder bei Null anfangen. Die Eibe verträgt kräftigsten Rückschnitt, auch radikal bis an den Stamm zurück, alles wird geduldet. Als Gärtner entwickelt man mit der Zeit unweigerlich eine große Bewunderung für die Zähigkeit und Dankbarkeit dieses Gartenbewohners (eine meine persönlichen Lieblingspflanzen - man hört es wohl ...).
Das Eibenholz ist übrigens extrem fest und zugleich zäh und biegsam - ein Spiegel des unverwüstlichen Wesens dieser Pflanze. Zu ihrer Kraft und Energie aber gehört auch, daß sie sich mit Gift vor Feinden schützt. Giftig sind an der Eibe alle Teile, inklusive der Nadeln (lassen immer wieder Pferde verrecken ...) und natürlich der Früchte.
Angemerkt: An den Früchten ist einzig der leuchtend rote Samenmantel nicht giftig. Er lockt mit seiner Farbe die Vögel an und wird gerne gefressen. Dank des Mantels verläßt der giftige Samen schon wieder den Verdauungstrakt der Tiere, bevor dort sein Gift zu wirken beginnen kann. Der süßlich schmeckende Mantel also kommt den Tieren zugute, der Samen aber schadet ihn nicht. Sie sorgen für eine Verbreitung der Saat (auch im eigenen Garten wird man meist Jungpflanzen finden - und kann sie gut weiterziehen).
Als Heckenpflanze hat die Eibe gerade bei anspruchsvollen Gartengestaltern kaum Konkurrenz. Soeren von Hoerschelmann spricht von ihrem "architektonischen " Charakter. Das heißt, man kann mit ihr im Garten wie mit festen Materialien "bauen", indem man sie etwa zu mauerartigen Hecken formt und damit dem Garten eine feste Grundstruktur gibt. Dieses Konzept paßt zu ganz modernen, minimalistischen Gärten ebenso gut wie etwa zu klassisch englischen Gärten.
Dabei sollte man in der Gestaltung auch Hecken durchaus einmal im Inneren des Gartens als Strukturelemente einbauen, nicht nur entlang der Außenkanten. Eibenhecken bzw. -mauern könnten Gartenräume schaffen - bewährtes Prinzip anspruchsvoller Gartengestaltung.
Hier im Film ist der Garten dagegen klein, und die Hecken sind vor allem als Sichtschutz entlang der Außengrenze vorgesehen.
Die Eiben wurden in sehr großem Format eingekauft. Ihre übliche Bezeichung in Baumschul-Fachsprache wäre dabei "Taxus bacc., Sol. 175 - 200 mDb". Das ist zunächst der botanische Name. Dann die Auskunft, daß es sich um Solitärpflanzen handelt - das heißt, sie wurden in der Baumschule mit extra viel umgebendem Freiraum gezogen und sind entsprechend breit und von allen Seiten ansehlich. Ihre Höhe beträgt 1,75 bis 2 m, und ihr Wurzelwerk ist zusammengehalten "mit Drahtballierung" (kleinere Pflanzen haben i.d.R. nur eine Stoff-Ballierung, das heißt dann "mit Ballen" oder "mB")
In diesem großen Format sind Eiben zwar teuer, aber man hat eben schon richtiges Volumen im Garten. Auch muß man dann nur noch etwa 2 Stück pro Meter Hecke setzen (bei kleineren Pflanzen von z.B. 1 m Höhe nähme man 3 pro Meter). Eiben sind grundsätzlich als Heckenpflanze teuer - weil sie eben langsam wachsen und daher längere Zeit in der Baumschule benötigen. Aber man hat auch am meisten und am längsten etwas von ihnen (sie sind extrem langlebig und robust).
Zum Einpflanzen kann man am einfachsten gleich einen durchgehenden Pflanzgraben ziehen, der so tief ist wie die Wurzelballen. Ansprüche an den Boden stellen Eiben gar nicht, am besten aber kommen sie in kräftigen Böden zurecht. Man stellt die Eiben im richtigen Abstand in den Graben, schüttet ihn zu, tritt ihn an, wässert kräftig - fertig.
Einen ersten Schnitt der Hecke empfiehlt Soeren von Hoerschelmann dann erst im Frühjahr vorzunehmen (im Falle einer Herbstpflanzung also). Denn es ist aus seiner Erfahrung nicht auszuschließen, daß ein doppelter Streß von zeitgleicher Verpflanzung plus Schnitt selbst einem Kämpfer wie der Eibe einmal zu viel werden könnte.
Ach ja, schon erwähnt? Eiben gehören zu den Heckenpflanzen und Gartengehölzen allgemein, die problemlos auch noch im Schatten gut gedeihen. ... Wer könnte bei so einer geballten Zahl von Argumenten noch auf die wunderbare Pflanze verzichten?
Das Video ist sehr interesant
Das Video ist sehr interesant und informative ich finde ihr solltet mehr von solchen Videos reinstellen ins Netz ich arbeitet in der Euro-Baumschule Rudolf Schmidt Gruss Torge
Hallo, netter Text - sehr
Hallo,
netter Text - sehr ausführlich.
Wir haben im Frühling eine Eibenhecke wie oben beschrieben gepflanzt.
Leider sind jetzt im Herbst von ca. 60 Pflanzen (gekauft ca. 1,4 - 1,6m Höhe) 20 Pflanzen sehr braun geworden.
Was haben wir vergehrt gemacht? Sind die Eiben noch zu retten? Ist dies ein natürlicher Winterschutz?
Danke für alle hilfreichen Antworten.
Gruß aus Bremen
hallo=) herzlichen dank für
hallo=)
herzlichen dank für die ausführlichen erklärungen zum thema eibe.
wir haben beschlossen, statt einer schnellwachsenden kirschlorbeer, die man ständig schneiden muss, oder lebensbäume, die im schatten wachsend oft an der unterseite unansehnlich braun werden, die eibe als unseren favoriten zu wählen.
pro meter 2 pflanzen zu setzen war auch ein guter tipp denn wir hätten etwas sparsamer gepfanzt und hätten uns später über eine nicht blickdichte hecke geärgert.
nochmal herzlichen dank.
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