Ein Frühlingsgarten mit Narzissen - Teil 1
TEXT UND INFO ZUM FILM
Ein Frühlingsgarten - was ist das und wie macht man das?
Einen Frühlingsgarten anlegen
Nicht immer wird soviel Platz vorhanden sein, wie bei dem Garten in unserem Film. Dort wird das Frühlingsthema vor allem von den flächigen Narzissen und den zwei gewaltigen Magnolien gespielt.
Damit kann hier ausnahmsweise einmal der ganze Garten als "Frühlingsgarten" bezeichnet werden. Normalerweise beschränkt man sich darauf, eine gut gewählte Ecke irgendwo im Garten als eigenen, kleinen "Frühlingsgarten" zu gestalten.
Denn das ist die erste wichtige Erkenntnis: Im Frühjahr blüht nicht viel, und für eine gute Wirkung sollte man das wenige Blühende deshalb an einen kleinen Ort verdichten.
Dazu bietet sich am besten eine halbschattige Ecke an. Denn die meisten Frühjahrsblüher fühlen sich im Streulicht hoher Bäume oder auch auf der Ostseite des Hauses am wohlsten.
Eine Nordseite ist übrigens nicht so günstig - nicht wegen der Pflanzen, die fühlen sich auch dort wohl. Aber wegen Ihnen! Denn ein Frühlingsgarten muß irgendwann auch mal einen Sonnenstrahl abbekommen, um erst dann so richtig herz- und seelenerweiternd auf den wintermüden Betrachter zu wirken!
Verankert wird so ein Frühlingsgarten immer mit mindestens einem frühblühenden Strauch. Achtung: Wer dabei an Rhododendron denkt, der sollte besonders vorsichtig sein.
Denn Rhodos haben die Tendenz, mit ihren großen und intensiven Blüten und Blättern alles andere zu erschlagen. Eigentlich sollten sie immer ihr separates Frühlingsthema bekommen, etwa nur zusammen mit Azaleen.
Frühblühende Sträucher, die sich besser mit anderen Pflanzenarten kombinieren, sind etwa Weiden, Felsenbirnen, Zierkirschen, Scheinhasel, Magnolien, Schneebälle, Forsythien (z.B. Sorten in Hellgelb!), Zier-Johannisbeeren usw.
Besorgen Sie sich am besten eine jener Pflanzenlisten, die die Blütenzeitpunkte aller Gehölze und Stauden im Jahresverlauf zusammenstellen. Gute Baumschulkataloge wie der von "Baumschule von Ehren" haben so etwas integriert. Da kann man viele Ideen bekommen.
Wenn so ein Frühjahrsstrauch dann das Grundthema der Frühlingsecke bildet, dann gruppiert man drumherum die farblich passenden Zwiebelblumen und die ersten Stauden des Jahres: Christrosen, Gemswurz, Leberblümchen, Lungenkraut, Schlüsselblumen usw.
Fast alle lieben's etwas schattig, weil ihre frühe Blüte genau daher auch motiviert ist: Naturheimat dieser Stauden und Sträucher sind waldige Standorte, die nur im Frühjahr genug Licht und Sonne durch das noch nicht vorhandene Blätterdach der Bäume abbekommen. Deshalb müssen sie so früh ihre wichtigste Jahresleistung - die Blüte - unter Dach und Fach bekommen. Wenn die Bäume erst einmal austreiben, ist am dunklen Waldboden mit Blütenpracht nicht mehr viel Eindruck zu machen.
Eine zweite, etwas anders geartete Gruppe der Frühjahrsblüher unter den Stauden sind übrigens die Alpinen - also die Steingartenstauden mit Bergheimat. Sie blühen deshalb so früh, weil die winterfreie Zeit im Gebirge insgesamt nur kurz ist, und man daher die gesamte Leistung von Blüte bis zur Samenreife möglichst zügig absolvieren sollte.
Die Steingartenstauden sind ein separates Frühlingsthema im Garten, denn sie mögen Schatten gar nicht, wollen eher die pralle Sonne abbekommen.
Im farblichen Zusammenspiel von Zwiebelblumen, Stauden und Sträuchern kommt der kleine Frühlingsgarten im Halbschatten dann zu Leben. Wenn durch die noch unbelaubten Bäume das Streulicht der Sonne auf das Farb-Ensemble fällt, dann geht Ihnen garantiert die Seele auf! ...




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