(Stein, Holz, Stahl usw.). Auch Wasser kann Struktur in allen möglichen Varianten werden.
Eingesetzt werden die pflanzlichen Strukturgeber als Hecken oder Solitärgehölze. Die harten Materialien machen Wege, Pflasterung, Mauern, Pergolen, Bauten usw.
Mit ihnen bekommt der Garten ein festes Gerüst. Dieses wird dann in den Vegetationsmonaten aufgefüllt und sanft umspielt von allem, was temporäres Grün ist. Aber - wichtig! - darauf ist das Gerüst gar nicht angewiesen. Der Sommer ist nur ein Plus. Im Winter bleibt allein das Gerüst, und dieses muß dann so interessant sein, daß es auch ganz für sich wirkt!
Daher wird das Grundgerüst eines Gartens vom Gartenarchitekten meistens sehr "graphisch" angelegt. Also mit klar definierten Formen: runden oder geraden Linien, geometrisch streng oder organisch frei - meistens mit etwas von beidem. Aber in jedem Fall gut überlegt, gut plaziert, ausgewogen und harmonisch - ein Kunstwerk in sich.
Bei Christine Vogt zeigt der Gartenplan im Film dazu eine harmonische Mischung aus organisch geformten (also rundlichen) Strukturen - das ist vor allem der dominante Teich - sowie geometrisch strengen Formen im seitlichen Gartenteil. Alle Formen sind klar definiert und bleiben dies auch im Winter. Damit wird der Garten ganzjährig vom Haus aus erlebbar.
Struktur im Sommer
Im Sommer wird das feste Grundgerüst des Gartens sanft überwachsen und abgemildert von der saisonalen Vegetation. Das ist ein Lieblingsspiel der Gartenarchitekten. Harte Linien und Kanten werden dann durchbrochen und überwachsen von weichem, volumigem Grün.
Die Spannung, die aus dem Kontrast von harter Struktur und weicher, lebendiger Üppigkeit entsteht, ist ein klassisches Prinzip der (englischen) Gartenarchitektur. Bei Frau Vogt sieht man das zum Beispiel gut im zweiten Garten, wo die diagonal gelegte Pflasterung zum hinteren Ende hin unregelmäßig ausläuft und dort dann im Sommer üppig von bodendeckenden Stauden überwallt wird.
Kletterpflanzen wie Clematis wachsen im Sommer über harte Pergola-Strukturen, Stauden quillen über Beet- und Wegkanten hinweg, Bodendecker werden in Lücken der Terrassenpflasterung geduldet. So läßt sich Spannung im Garten inszenieren, indem man die Kraft und Lebendigkeit der Natur kontrolliert zur Geltung kommen läßt.
Inmitten des sommerlichen Vegetationstreibens dient das Grundgerüst von Struktur dann dazu, den Garten zu "verankern", wie es die Gartenarchitekten gerne beschreiben. Das saisonale Grün ist in seinem Charakter ja immer leicht und luftig, die Strukturelemente des Gartens dagegen wirken schwerer und solider. Sie geben dem Garten Gewicht und eine Ausstrahlung von Dauerhaftigkeit.
Als Beispiel sei die Eibe genannt (eben aus diesem Grund eine der Lieblingspflanzen des Autors). Sie ist ein typisches Strukturelement im Garten. Ihr dunkles, schweres Grün ist im Sommer Kontrastprogramm zu den leichten Grüntönen der saisonalen Vegetation. Sie verankert dann den Garten, gibt ihm ein Element von Ruhe, Schwere, Dauerhaftigkeit und Solidität. Im Winter gibt sie ihm vor allem Volumen sowie das dann so nötige lebendige Grün.
So wirken Strukturelemente des Gartens im Sommer also als wichtige Balance zum einjährigen Grün. Erst in der Kombination wird man die Gestaltung eines Gartens als gelungen empfinden.
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