Gerne verwechselt wird sie mit der Sumpf-Canna, die es aber gar nicht gibt. Es gibt nur eine Sumpf-Calla (Calla palustris) - das wird häufig durcheinandergeworfen.
Die Canna jedenfalls ist ein prächtiger, echter Solist im Garten. Man sollte sich sehr gut überlegen, wo man sie hinpflanzt, denn in den meisten ihrer Sorten wirkt sie so exotisch und herausstechend, daß sie leicht den Eindruck eines ganzen Gartenteils dominieren kann.
Vor ein paar Jahrzehnten und wohl noch mehr im vorvorherigen Jahrhundert war das noch sehr gewollt, als man es im Garten um jeden Preis so ausgefallen und exotisch wie möglich haben wollte. Auch heute noch werden in England gerne sogenannte 'Tropical borders' angelegt, wo dann auch die Canna wie selbstverständlich hineingehört.
Auf jeden Fall ist die Canna gut in einem Kübel und in Alleinstellung aufgehoben, z.B. an der Terrasse oder neben dem Gewächshaus. Dort kann man auch die prächtigen Blüten und ggf. die edel rot marmorierten Blätter am besten wahrnehmen. Voraussetzung bei Kübelpflanzung ist natürlich verläßliches Gießen, denn man sieht es der Pflanze mit ihren großen, verdunstungsintensiven Blättern ja schon an, wie sehr sie auf Dauerfeuchtigkeit angewiesen ist.
Eine zweite, noch eher wenig zu findende Anwendung wäre der Teichrand. Hier würden sich vor allem die großen Blätter atmosphärisch gut einpassen, vielleicht lieber in grünem Blatton als in rotem - um nicht allzu exotisch daherzukommen. Eine gewisse Dauerfeuchtigkeit in Wassernähe wird von der Canna sehr gerne angenommen.
Voraussetzung ist hier wie auch an jedem anderen Pflanzort: er muß auf jeden Fall ein vollsonniger sein.
Will man die Canna in ein Beet pflanzen, dann nur mit größter Überlegung und Vorsicht. Man könnte sich für das Motto "Farben poppig und so intensiv wie möglich" entscheiden und vor allem knallige Einjährige als Begleitung pflanzen. Das wäre vor allem fröhlich und auch sehr modern - weil ganz auf der Retro-Schiene (Stil der 60er und 70er Jahre). Unverzichtbar dabei wären auch Dahlien.
Ähnlich wie Dahlien wird die Canna auch überwintert. Sie hat dicke Wurzelapparate, sogenannte Rhizome, die man mit einiger Mühe im Herbst aus dem Boden herausarbeitet und dann frostfrei, kühl und weder zu trocken noch zu feucht überwintert (im Keller bei 10 Grad und Dunkelheit). Dazu kann die Rhizome in einen Topf mit etwas Blumenerde legen. Die Stengel hat man zuvor bis auf 5 cm abgeschnitten.
Die Rhizome sind übrigens reich an Stärke und schmecken wie Süßkartoffeln. In China macht man daraus Glasnudeln und alkoholische Getränke ... Na, Prost!
Im Frühjahr kann man die Wurzeln dann schon ab Januar auf der hellen, warmen Fensterbank oder im Gewächshaus aufstellen und einen sogenannten Vortrieb auslösen. Dann ab Mai auspflanzen in den Garten. Dadurch bekommt man schon eine Blüte mitten im Sommer. Würde man die Rhizome erst im Mai direkt in den Garten setzen, gibt's eine Blüte erst im späten Sommer.
Die großen Blätter und kräftigen Blüten lassen keinen Zweifel daran, daß eine gute Nährstoffversorgung für die Canna entscheidend ist. Pferdemist etwa funktioniert gut.
Die Samen der Canna sind schwarz und sehr dick. Es wird empfohlen, sie in Rasseln zu verwenden. Na ja, das wäre dann wohl wieder die Brücke zu ihrer südamerikanischen Heimat ...
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