Das einzige Produkt mit diesem Wirkstoff auf dem Markt nennt sich Mesurol Schneckenkorn und kommt von Bayer.
2. Wirkstoff Methaldehyd
Weniger aggressiv in der Wirkung auf übrige Tiere, bewirkt das Methaldehyd bei den Schnecken einen Tod durch langsames Ausschleimen.
Konträr zu ihrem natürlichen Reflex, kriechen die sterbenden Schnecken dann oft geradezu selbstzerstörerisch auf die sonnenbeschienen Flächen des Gartens hinaus, um dort in langsamem Todeskampf zu verenden.
Das befriedigt den rachsüchtigen Gärtner, indem er seinen Feinden beim Sterben zusehen kann. Unschön sind die verbleibenden dicken Schleimspuren und natürlich die vertrockneten und geschrumpften Schneckenleiber auf Wegen und Beeten, oft von Schmeißfliegen geziert.
3. Wirkstoff Eisen-III-Phosphat
Das ist nicht zufällig die populärste Art von Schneckenkorn seit ihrer Einführung vor Jahren (zunächst mit dem Produkt Ferramol von Neudorff, seit kurzem auch mit Biomol von Bayer).
Hier sieht man die sterbenden Schnecken nicht - was manchen Gärtner an eine geringere Wirkungskraft glauben läßt. Die Schnecken verkriechen sich zum langsamen Sterben und hinterlassen keine weiteren Spuren.
Hier fällt es einem also am leichtesten, sich ein moralisch reines Gewissen einzubilden. Auch deshalb, weil das Mittel angeblich für Igel und Insekten unschädlich ist. Und weil es auf dem Erdboden bald zu unschädlichen, natürlichen Substanzen verfällt (Eisen und Phosphat).
Soweit der Überblick zu den Wirkstoffen.
Sehr wichtig ist dann der richtige Einsatz des Schneckenkorns. Hier sind folgende Regeln und Empfehlungen zu beachten:
Regel 1: Früh im Jahr anfangen
Wer es ernst meint mit der Schneckenbekämpfung, sollte diese als ein festes Programm verteilt über das ganze Gartenjahr anlegen.
Das soll sehr früh im Jahr beginnen, schon dann, wenn die Fröste vorüber sind und sich allererste Regungen von neuer Vegetation ankündigen.
Denn dann treiben viele, frühe Stauden aus und sind gerade in ihren zarten Austrieben besonders von Schneckenfraß gefährdet. Zum Beispiel gibt der Rittersporn schnell ganz den Lebenswillen auf, wenn er schon im Austrieb abgefressen wird.
Bei der ersten Frühjahrswärme kommen die Schnecken nämlich hungrig aus ihrem Winterversteck und beginnen das zerstörerische Werk. Daher muß man ihnen auch sehr früh den Kampf ansagen.
Regel 2: Regelmäßig streuen
Die meisten Gärtner streuen ihr Schneckenkorn dann, wenn sie viele Schnecken vor sich sehen. Oder wenn die Schnecken ihnen schon besonders dick erscheinen bzw. die Löcher in der Funkienblättern besonders groß werden.
Dann ist der Schaden natürlich schon da. Und die Schnecken sind schon so zahlreich und so kräftig, daß sie entsprechend mehr und viel Gift brauchen, um wieder im Bestand reduziert zu werden.
Sinnvoller ist da natürlich, regelmäßig und auch vorbeugend zu streuen. Kleine, junge Schnecken loszuwerden ist leichter und mit weniger Gifteinsatz möglich. Und die Pflanzenschäden bleiben entsprechend geringer.
Daher streut man am besten alle 3-4 Wochen einmal bzw. so, wie vom Hersteller des Produkts empfohlen. In einer Saison können das also 6 oder mehr Streu-Termine werden - im Frühjahr womöglich etwas häufiger als im späteren Gartenjahr.
Regel 3: Spät streuen
Sehr wichtig ist es, daß man das Streuen bis in den späten Herbst hinein durchhält. Man sollte die Schnecken erst gar nicht dazu kommen lassen, sich vor den Frösten im Boden oder in anderen Verstecken des Gartens für die Winterzeit zu verkriechen.
Also ein letztes Streuen im Oktober vorsehen, bevor es in den Nächten richtig kalt wird und man davon ausgehen kann, daß jede Schnecke sich schon ein Winterlager eingerichtet hat.
Damit beugt man dann schon sinnvoll für das kommende Frühjahr vor. Es schließt sich eine konsequente, durchgängige Bekämpfungsstrategie für das Gartenjahr.
Regel 4: Großflächig streuen
Der am häufigsten zu beobachtende Fehler bei der Verwendung von Schneckenkorn ist das Ausstreuen in unmittelbarer Nähe der gefährdeten Pflanzen.
Schneckenkorn wirkt über den lockenden Duft, den es großflächig im Garten verströmt und den die extrem geruchssensiblen Schnecken schon von sehr weit her wahrnehmen. Das Korn zieht also Schnecken über große Distanzen an.
Wer das Korn eng streut, zieht damit die Schneckenplage erst recht dorthin, wo er es gar nicht haben will. Finden die Neuankömmlinge dort dann kein Schneckenkorn mehr vor, machen sie sich über die Pflanzen her und erkunden den Garten drumherum!
Deshalb streut man richtig nur großflächig und am besten in den Randbereichen des Gartens. Es sollte nirgendwo im Garten einen Streu-Schwerpunkt geben, vor allem nicht in Beetnähe. Hier auch zu streuen ist bei vorhandenem Schneckenbesatz nicht falsch, aber es sollte eben nicht mehr Korn sein als in den Randbereichen des Gartens auch.
Bernd Neumann empfiehlt, sich am besten an die Vorgaben des Herstellers zu halten. Dort wird genau genannt, wieviel Korn pro qm zu streuen ist. Diese Angabe ist aus umfangreichen Tests hervorgegangen und definitiv die effizienteste Verwendungsweise.
Anstatt bei einem Streudurchgang zu viel zu streuen, sollte man lieber sich die Option offen halten, bei anhaltendem Schneckenbesatz nach kurzer Zeit ein zweites Mal zu streuen. Dann wieder in mäßigem, empfohlenem Rahmen.
Es hilft dabei, sich den gesamten Garten als eine freie, offene Fläche vorzustellen, über die die vorgegebene Menge Schneckenkorn völlig gleichmäßig zu verteilen ist - wie beim Säen von Weizenkorn auf einem Feld. Daraus ergibt sich auch die richtige (flächige) Streutechnik.
Wo man nicht streuen kann - auf Gras- oder Wasserflächen - dort streut man nicht. Das eingesparte Korn verteilt man dafür flächig in den Randzonen des Gartens. So wird die insgesamt im Garten verteilte Menge richtig und sinnvoll.
Denn, zur Erinnerung, Schneckenkorn ist auch ziemlich teuer. Schon allein deshalb sollte man seinen Impuls kontrollieren, übermäßige Ladungen in die Beete zu schleudern.
Regel 5: Auf offene, flache Oberflächen streuen
Man streut am besten dorthin, wo die Gartenoberfläche glatt und gut zugänglich für die Schnecken ist. Das sind am besten die befestigten Gartenwege (nicht Kies oder Schotter) oder Beete mit glattem, offenen Oberboden ohne niedrigen Bewuchs.
Man streut entsprechend nicht auf Gras und Wiese, nicht auf groben Rindenmulch, nicht auf frisch umgegrabene Erde. Auch streut man nicht auf dicht bewachsene Pflanzflächen, wo das Korn womöglich in den Blättern und Blattachseln liegen bleibt.
Das Korn sollte nicht in irgendwelche Abgründe rutschen, wo die Schnecken es nicht mehr problemlos erreichen können oder wo der erste Regen Erde darüber spült.
Bei Staudenbeeten streut man also in größere Lücken zwischen den Pflanzen oder man wirft das Korn weiter nach hinten, wo die höheren Sträucher ohne Unterwuchs stehen.
Natürlich braucht man dort erst gar nicht zu streuen, wo der Boden dauerhaft trockenen Charakter hat, wie unter Nadelbäumen oder am Hausrand. Dort würde ohnehin keine Schnecke vorbeiziehen.
Regel 6: Streuen, wenn es feucht ist
Das Schneckenkorn lockt die Schnecken über den Duft an. Damit sich der Duft optimal entfalten kann, muß das einzelne Korn mit Feuchtigkeit in Kontakt kommen. Das kann die Feuchtigkeit des Bodens oder der Luft sein.
Man streut also am allerbesten kurz nach einem Regen, wenn der Boden feucht ist. Dann duftet das Korn am stärksten - und dann sind natürlich auch die Schnecken am mobilsten, weil sie auf feuchtem Boden am besten gleiten. So erreichen sie am schnellsten das lockend duftende Korn.
Wenn das dann auch noch zu einem Zeitpunkt am späten Nachmittag oder Abend der Fall ist - dann ist der Effekt maximal. Denn die Schnecken kommen bekanntlich erst bei tiefstehender und untergehender Sonne aus ihren Verstecken hervor. Ist es feucht und duftet es lockend, dann wird das Korn jetzt seine allerstärkste Wirkung tun.
Im Sommer kann die Luft auch einmal schwül sein und damit einen günstigen Zeitpunkt zum Streuen liefern. Auch bei hoher Luftfeuchtigkeit entfaltet das Korn seinen lockenden Duft.
Nur bei andauernder, sommerlicher Trockenheit ist ein Streuen gar nicht sinnvoll. Schon allein deshalb nicht, weil dann die Schnecken auch kaum im Garten unterwegs sind.
Regel 7: Streuen mit Blick auf die Wettervorhersage
Die Schneckenkorne werden heute fast durchweg mit einer guten Regenfestigkeit charakterisiert. Das heißt, sie lösen sich nicht allzu schnell auf dem Erdboden auf, wenn sie von Regen bespült werden.
Trotzdem wird ein Regen immer die Lebensdauer und damit das Wirkungspotential des verstreuten Korns mehr reduzieren als eben kein Regen. Daher ist es am besten, wenn sie möglichst lange von Wasserkontakt verschont werden.
So wird man am günstigsten dann streuen, wenn mindestens für den folgenden Tag kein Regen zu erwarten ist. Noch besser dann, wenn für längere Zeit kein Regen angesagt ist. (Leichte Regen sind dabei natürlich weniger problematisch als stärkere Güsse).
Dann kann das verstreute Korn auch über mehrere Nächte in Folge die Schnecken anziehen - bis entweder es vollständig aufgefressen ist oder es keine Schnecken zum Fressen mehr gibt.
Und noch ein zweiter Grund ist für das Vermeiden von Folgeregen wichtig. Bei Verwendung von Produkten des Wirkstoffs Methaldehyd kann ein nachfolgender Regen den Schnecken das Leben retten. Denn dabei sterben sie durch Ausschleimen. Die zugeführte, neue Feuchtigkeit eines Regens jedoch kann diesen Effekt kompensieren - die Schnecken überleben!
Also, zusammenfassend gesagt, streut man am allerbesten zu diesem optimalen Zeitpunkt: a) Am Tagesende, b) nach einem vorangegangenen letzten Regen und c) vor einer beginnenden Trocken bzw. Schönwetterperiode.
Regel 8: Nachkontrolle
Am Folgetag nach dem Streuen sollte man sich einen Überblick verschaffen, ob und wieviel Schneckenkorn noch ungefressen herumliegt. Wenn gar kein Restkorn mehr zu sehen ist, dann kann das ein Hinweis sein, daß der Schneckenbestand noch immer zu groß ist und man umgehend einen zweiten Streugang vorsehen sollte.
Am besten wäre, wenn hier und da noch Schneckenkorn bereit liegt, um in der Folgenacht auch noch die letzten Überlebenden zu erwischen.
Sie sehen - es ist eine ganze komplexe Kunst, das Schneckenkorn richtig und optimal einzusetzen. Man sollte sich ein wenig auf die Schnecken einlassen und ihre Vorlieben und Mechanismen studieren. Dann wird man der Plage am besten beikommen ...
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