Die ersten wären dabei die Narzissen. Deren Laub bleibt dann unbehelligt in der Wiese stehen, während sich dazwischen schon die nächsten Pflanzen entwickeln. Diese überdecken schnell das Narzissenlaub und machen es unsichtbar.
Im Arboretum Ellerhoop verwendet Prof. Warda etwa hohe Ziergräser, Türkischen Mohn und Wiesenkerbel als Nachfolgepflanzen zu den Narzissen. Erst wenn diese alle abgeblüht und das Mohn- und Narzissenlaub dann im Sommer von selbst eingezogen ist, wird die gesamte Wiese zun ersten Mal gemäht.
Zur Beachtung: Dieses Konzept ist nicht mit dem einer sogenannten Wildblumenwiese zu verwechseln! Dort wachsen andere Pflanzenarten, die vor allem einen abgemagerten, nährstoffarmen Boden brauchen. Hier dagegen wollen die Narzissen und ihre Blüh-Nachfolger in nährstoffreicher, gedüngter Erde stehen.
b) Wiesenrandbepflanzung
Wenn man seine Wiese im Garten sauber mähen möchte und zugleich einen Effekt von Blumenzwiebelwiese erzielen will, dann empfiehlt Prof. Warda, nur einen äußeren Randbereich der Wiese mit den Zwiebeln dicht zu bepflanzen. Am besten vor einem Hintergrund von (frühjahrsblühenden!) Sträuchern.
Den zentralen Bereich der Wiese kann man dann schon ab dem Frühjahr mähen, während man die äußeren Partien mit dem Narzissenlaub vorläufig ungemäht läßt. So ist der Gesamteindruck noch halbwegs ordentlich, dann mit einem etwas "naturnahen" Übergang zu den Randbereichen den Gartens.
Ab Juli etwa können dann auch die Wiesenränder mitgemäht werden. (Der richtige Zeitpunkt wird von der Narzisse selber vorgegeben: Wenn ihr Laub schlapp wird und zu gilben beginnt, dann kann es abgemäht werden).
c) Tuffbepflanzung
Die sogenannten Tuffs sind kleine, rundliche Häufungen von Pflanzen. Man sieht Narzissenwiesen oft in dieser Weise angelegt. Kleine, dicht bepflanzte Narzissenkreise von etwa einem halben bis einem Meter Durchmesser liegen unregelmäßig über die Wiese verstreut.
Das ergibt einen sehr hübschen und natürlichen Gesamteindruck (siehe unseren Film von April 2010 "Ein Frühlingsgarten ..."). Und das Narzissenlaub kann auch hier in Ruhe ausreifen, indem man das Mähen im Frühjahr einfach um die Tuffs herum vollzieht. Damit sieht die Wiese auch dann schon einigermaßen ordentlich aus.
Soweit diese drei Pflanzstrategien.
Wenn man die Narzissen in einen Seitenbereich des Garten pflanzen will, der mit Bodendeckern bepflanzt ist, dann dürfen diese nicht allzu klein und empfindlich sein. Prof. Warda nennt die nur 10 cm hohe, beliebte Waldsteinie als Beispiel.
Das Narzissenlaub steht nämlich nur anfänglich straff aufrecht im Boden, es wird sich bald immer mehr seitlich lagern und dann auf die Nachbarpflanzen legen. Für niedrige, polsterartig wachsende Begleiter wird das zu einem Problem.
Besser sind da alle die Pflanznachbarn geeignet, deren eigenes, kräftiges Laub im Frühjahr sich allmählich über die Narzissenblätter hinaus entwickeln. Solange es nicht dichte Blattpakete wie etwa die der Funkien sind, nehmen die Narzissen das kaum übel, und die Optik stimmt auch.
In einem Staudenbeet bieten sich da zum Beispiel die Pfingstrosen an, wie Prof. Warda empfiehlt. Ihr Laub wächst hoch und doch luftig, sodaß die Narzissenblätter dazwischen versteckt werden, ohne ganz unterzugehen.
Übrigens ist das ein Prinzip, welches im Beet auch für den beliebten Türkischen Mohn (Papaver) sowie das Tränende Herz (Dicentra) verwendet wird. Auch diese hinterlassen nach der Blüte jeweils eine unordentliche Blattmasse, die irgendwann im Sommer einzieht. Das hinterläßt Lücken im Beet, die man am besten vorbeugend umpflanzt und kaschiert mit höheren Stauden.
2. Bodenvorbereitung
Damit die Narzissen jahrelang und sogar jahrzehntelang anspruchslos an einer Stelle im Garten gedeihen, sollte man den Boden immer etwas vorbereiten. Er muß auf jeden Fall locker und durchlässig sein und zu keiner Jahreszeit richtig nass mit stehender Nässe werden.
Für Narzissen sollte er aber auch nie richtig austrocknen. Ein allzu sandiger Boden in praller Sonne ist daher nicht geeignet. Ein lehmig-fester Boden kann mit Sand und Kompost auf etwa Spatentiefe aufgelockert werden.
Pflanzt man in eine vorhandene Wiese hinein, dann sticht man einfach die vorhandene Grasnarbe mit dem Spaten in handliche Stücke und hebt diese vom Boden ab. Dann die Erde darunter spatentief auflockern, die Zwiebeln etwas hineindrücken und die Grassoden am Ende wieder darüber legen. Fertig.
3. Düngung
Eine Düngung kann nicht schaden, ist aber auch nicht unverzichtbar. Narzissen haben die freundliche Eigenschaft, auch ohne jede Art von Pflege jahrelang wiederzukommen und blühfreudig zu bleiben. Nur wenn der Boden wirklich nicht gut und nährstoffhaltig ist, sollte man gewissenhaft die jährliche Düngung durchziehen.
Der beste Zeitpunkt ist das frühe Frühjahr, wenn die Blattspitzen der Blumenzwiebeln gerade aus der Erdoberfläche hervorkommen.
Übrigens sind Narzissen auch "wühlmausfest" - ein weiterer, wunderbarer Vorzug dieser Pflanzenart. Tulpen sind dagegen eher ein "Wühlmaus-Fest" ...
Meine persönliche Meinung zu
Meine persönliche Meinung zu Herr Prof. Warda und der Dichternarzisse: Leidenschaft, Perfektion, Kenntnis.
Für mich bedeutet die Dichternarzisse auch Heimat, ein Sinnbild für Schönheit, Reinheit, Ausdauer und Stärke. Auf einem alten Friedhof im Banat hat diese wunderschöne Blume verwildert mehr als ein Jahrhundert überlebt und eisigen Winter und heißen trockenen Sommer getrotzt.
Ein wunderbarer Beitrag. Ich
Ein wunderbarer Beitrag. Ich finde es phantastisch wie Herr Prof. Hans-Dieter Warda über seine Pflanzen spricht. Es zeigt die Liebe zu den Blumen und Pflanzen. Dies steckt unwahrscheinlich an, die Pflanzen selbst in seinem Garten auszuprobieren. Hoffentlich erscheinen noch viele Beiträge von ihm.
Vielen Dank.
Toller Beitrag! Im Herbst
Toller Beitrag! Im Herbst werden noch mehr Narzissen gepflanzt!
Mit Tulpen habe ich kein Glück, die sind nach 2-3Jahren nicht mehr zu sehen. Meine Lieblingsnarzisse ist übrigens die Thalia!
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